Nachkriegszeit

Bild 50 Jahre LT1952 begeht man das 50-jährige Bestehen der Liedertafel Rott am Inn, die 38 Mitglieder zählt (siehe Foto rechts). Einem Bericht im „Wasserburger Anzeiger“ entnehmen wir Näheres: So seien trotz Wind und schlechten Wetters nahezu 450 Gäste in die geräumige Sporthalle gekommen und dabei konnten nicht alle Platz finden. Die Gastvereine waren aus Wasserburg, Edling, Ellmosen, Griesstätt und Albaching. Pfarrer Gruber hatte schon 20 Jahre vorher als junger Kooperator „viel zur Hebung der Gesangeskunst beigetragen; hatte sich Lehrer Mayer und Chorregent Zugs „selbstlos in den Dienst des Liedes gestellt.“ 

Pfarrer Gruber übernahm, nun wieder in Rott, neuerdings die Aufgabe als Dirigent, „…begründete die von ihm getroffene Liederauswahl: Orlando di Lasso, Bald. Donati, Johann Eccard und Giacomo Gastoldi.“ Liedwerke, die übrigens 50 Jahre später noch immer zu den Glanzstücken im Repertoire der Liedertafel gehören!

Pfarrer Gruber war es auch, der „…es in dankenswerter Weise als seine Hauptaufgabe betrachtet, neue Kräfte heranzubilden und damit vor allem die Jugend für die edle Muse zu begeistern sucht…“

Bild Theater 1954Das Theaterspielen war auch 1954 noch sehr gefragt und wurde mit großem Engagement gepflegt. Die wackeren Sänger der Liedertafel Rott (das war damals noch ein reiner Männergesangverein) führten mit einigen spielbegeisterten Damen den „Holledauer Fidel“ (F.J. Scherrer, Musik: Erhard Kutschenreuter) nach 1927 zum zweiten Mal in Rott auf. Auf dem Bild links ist als zweiter von links unser heutiger Chorleiter Alois Siglreitmaier in seiner Rolle als Bankagent Machhörndl zu sehen.

Pfarrer Gruber übt bis zu seinem Tod 1959 die Aufgabe des Chorleiters aus. In diesem Jahr tritt auch der langjährige 1. Vorstand Johann Gilg aus Meiling zurück. Als Nachfolger wird Matthäus Winkler gewählt.

Als Chorleiter fungiert nun Richard Schweiger in Gemeinschaft mit seiner Mutter Elisabeth. „… unsere weitere Arbeit wird trotz mancherlei Schwierigkeiten vor allen Dingen auf den Nachwuchs gerichtet sein, der für den Weiterbestand der Liedertafel wichtig ist.“ Mit diesem Satz beschließt Schriftführer Josef Lanzinger ein Protokoll. Noch heute, 40 Jahre später, besitzt dieser Gedanke seine Gültigkeit!

Bild M. WinklerBeim Festabend zum 60-jährigen Bestehen 1962 zeichnet der Sängerkreisvorsitzende langjährige Mitglieder aus. Das einzige damals noch lebende Gründungsmitglied, Leonhard Egger erhält in seinem letzten Lebensjahr das Goldene Ehrenzeichen mit Kranz und Schleife für 60 Jahre Mitgliedschaft. Der Reinerlös dieses Jubiläumsabends kommt übrigens der damaligen Renovierung der Rotter Pfarrkirche zu Gute.

Auch das langjährige Mitglied Hans Gilg erhielt 1962 das Ehrenzeichen für 40 Jahre Mitgliedschaft. Doch noch im gleichen Jahr musste der 1. Vorsitzende Winkler im Nachruf am Grabe seines plötzlich verstorbenen Vorgängers dessen langjähriger verdienstvoller Tätigkeit gedenken.

1966 wird aus dem Männergesangverein Liedertafel ein Gemischter Chor, die „Singgemeinschaft Liedertafel“. Der Anregung Winklers wird bei der betreffenden Jahreshauptversammlung „schließlich allgemein zugestimmt, allerdings mit dem Vorbehalt der künftigen Vereinsbezeichnung Liedertafel-Singgemeinschaft Rott am Inn“. 

Vom Vorstand erging auch die Bitte an die Damen des Rotter Kirchenchores, der Singgemeinschaft als Mitglied beizutreten. Es wird betont, „…dass die Selbständigkeit des Kirchenchores in keiner Weise angetastet würde…“. Im Gegenteil: Es waren nicht Wenige, die in den Folgejahren ihre Doppelmitgliedschaft bei Liedertafel UND Kirchenchor hatten.